Mehrere hundert
Gruppen und Initiativen – die genaue Anzahl lässt
sich wegen der dezentralen und regionalen Organisationsform der
Streikbündnisse kaum beziffern, doch zum Kern des
Bündnisses gehören fast dreihundert Gruppen
– nahmen an den Protesten teil oder unterstützten
sie.
Dazu gehörten natürlich in erster Linie die ASten der Hochschulen und die Organe der Schülervertretung, doch auch Gewerkschaften, kirchliche Gruppen, politische Parteien und ihre Jugendorganisationen beteiligten sich aktiv an Diskussion und Vorbereitung. Über 270.000 Menschen, so die Organisatoren, nahmen an den Bildungsstreik-Aktionen 2009 teil, die in über 100 deutschen Städten stattfanden.
Trotz der Größe dieser Gruppe und der extrem breiten
Streuung von weltanschaulichen Ansätzen und Interessenlagen,
die auf dieser Plattform zusammenfanden, gelang es den Beteiligten
dennoch in der Summe, inhaltliche Kontinuität zu wahren und
ihre Anliegen einer breiten Öffentlichkeit zu kommunizieren
– eine Leistung, die um so bemerkenswerter ist, als einige
Akteure der Proteste bereits 2009 feststellen mussten, dass eine
strafrechtliche Verfolgung wegen Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch oder Nötigung erheblich leichter zu erwirken
ist als eine konstruktive Diskussion mit den politisch Verantwortlichen.