Die Aktionen des
Bildungsstreiks 2009
Nach anfänglichen Protestaktionen im November 2008
(bundesweiter Schulstreik am 12. November) wurde der Bildungsstreik
2009 systematisch von zahlreichen lokalen Vorbereitungsgruppen
organisiert und bundesweit in einer großen Anzahl von
Aktionen, Flashmobs, Demonstrationen, Kundgebungen, Besetzungen und
anderen Protestereignissen drchgeführt. Ein hoher Aufwand an
gedruckter oder via Internet kommunizierter Information begleitete die
Aktionen, die zwischen dem 15. und dem 19. Juni 2009 und am 17.
November 2009 stattfanden.
Im Juni fanden in zahlreichen Städten
Demonstrationen und Aktionstage statt, die ein insgesamt akzeptables
mediales Echo fanden. Sowohl in den regionalen Medien als auch in den
bundesweit ausgestrahlten Nachrichten wurde zum Teil ausgiebig
über die Aktionen berichtet, und insgesamt gelang es, das
Anliegen der Protestierenden verständlich zu kommunizieren.
Weitestgehend friedlich verliefen die Demonstrationen: An einem
„bundesweiten Demonstrationstag“, so die
Veranstalter, seien mehr als 200.000 Menschen an den Demonstrationen
beteiligt gewesen. Im Verlauf der Protestwoche wurden in zahlreichen
Städten Hörsäle und
Veranstaltungsräume von Studierenden besetzt, ein Vorgehen,
das freilich nicht wenige Studenten gegen ihre protestierenden
Kommilitonen aufbrachte.
Während die Sommeraktionen ein weitgehend positives mediales
Echo fanden, wurden die im November stattfindenden Proteste im
Hochschulbereich von einer Reihe wenig werbewirksamer Ereignisse
überschattet. Vom 3. bis zum 17. November wurden in
über 60 Städten Hörsäle von
protestierenden Studenten besetzt. In einigen Städten, so zum
Beispiel in Münster, wurden besetzte Räumlichkeiten
(in diesem Fall das Auditorium Maximum) auf Bitte der
Universitätsleitung von Polizeikräften
geräumt und die Besetzer wegen Hausfriedensbruchs angezeigt,
während in anderen, beispielsweise Marburg, protestierende
Studenten unter Androhung der Exmatrikulation zur Aufgabe der Besetzung
gezwungen wurden – hier wurde auf jeden Versuch einer
politischen Konfliktlösung zugunsten einer polizeilichen oder
juristischen Beendigung verzichtet. Auch die Besetzung einer
Gesamtschule, der Hulda-Pankok-Schule in Düsseldorf am 18.
November – die erste Besetzung einer Schule im Verlauf des
Bildungsstreiks – wurde durch einen Polizeieinsatz beendet.